Hier findest du auf die meist gestellten Fragen unsere Antworten.

Woher bekommst du dein Eiweiss/Kalzium?
Um Eiweiss/Kalzium muss man sich kaum sorgen, denn sehr viele Lebensmittel enthalten von Natur aus viel Eiweiss/Kalzium. Hier nur einige wenige Beispiele: in Hülsenfrüchten (Linsen, Bohnen, Erbsen, Kichererbsen etc.) in verschiedenen Gemüsesorten (Bohnen, Pilze, Brokkoli, Kürbis, Blattgemüse und -Salaten, Spinat, Blumenkohl etc.), in allen Nüssen/Kernen (Mandeln, Wallnüsse, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Sesam, Rapskerne etc.), in verschiedenen Sprossen/Samen (Leinsamen, Alfa Alfa, Rettich, Kresse, Mungo etc.), in heimischen Getreidearten (Dinkel, Roggen, Hirse, Buchweizen, Hafer, Gerste, Vollkorn, Weizen etc.), in Früchten möglichst saisonal und lokal (Pfirsich, Apfel, Feige, getrocknete Früchte allgemein etc.).

Was isst du denn noch?/Was isst du Anstelle von Fleisch?
Eigentlich lässt man ja «nur» das Fleisch weg (also das tierische Eiweiss und ersetzt es durch pflanzliches Eiweiss). Da die wenigsten Menschen sich ausschliesslich von Fleisch ernähren, ist eine Umstellung deshalb gar nicht schwer. Vegis essen genau wie vorher Gemüse, Früchte, Nüsse/Kernen, Sprossen/Samen, Getreide. Tatsache ist, dass sich die meisten Vegis mehr mit der Ernährung auseinander setzten, weil sie einer einseitigen Ernährung aus dem Wege gehen möchten und sich daher lieber saisonal, lokal, abwechslungsreich und ausgewogen ernähren.

Auf was muss man bei einer fleischlosen Ernährung achten?
Wie bei Punkt 2 erwähnt, ist es wichtig, dass man sich saisonal, lokal, abwechslungsreich und ausgewogen ernährt.

Was sind Anfangs-Fehler?
Viele Vegi-Neulinge machen den «Fehler» sich anfangs nur sehr einseitig zu ernähren. Häufig werden zu viele Eiweissprodukte in Form von Käse, Joghurts, Rahm etc. zu sich genommen. Dies geschieht oftmals aus dem Grund, weil sie nicht wissen, was man denn sonst so alles essen kann oder was wann in saison ist.

Was ist mit Eisenmangel?
Eisenmangel tritt bei einer einseitigen Ernährung auf. Dies kann sowohl bei Eingefleischten wie bei Vegis auftreten. Wenn man sich jedoch saisonal, lokal, abwechslungsreich und ausgewogen ernährt, muss man sich nicht um einen Mangel sorgen. Gute Eisenlieferanten sind z.B. Wildkräuter wie Brennessel, grünes Blattgemüse, Randen/Rote Beete, Erbsen, Bohnen, Kürbis, Kürbiskerne, Fenchel, Mangold, Petersilie, Steinpilze, Hülsenfrüchte, Hirse, Linsen, Pfirsiche, Trockenfrüchte, oder Vollkornprodukte. Gut zu wissen ist auch, dass z.B. Kaffee und Schwarztee die Eisenaufnahme hindern, wohingegen Vitamin C die Aufnahme erheblich fördert. Also trinkt zum Essen, anstatt einen Kaffee oder Schwarztee, besser Wasser mit einigen Spritzer Zitrone oder ein Glas Frucht- oder Gemüsesaft.

Wie sieht es mit der Vitamin B-12-Versorgung aus?
Bakterien, die B12 produzieren, sind nicht nur im Tierdarm vorhanden, sondern auch in jedem gesunden Humusboden, sowie auf allen Pflanzen, die aus einem solchen Boden wachsen. Die pro Tag benötigten 1–3 Mikrogramm B12 könnte der Mensch also leicht über naturbelassene pflanzliche Nahrung aufnehmen. Wenn aber die Mikrostruktur der Böden durch schwere Maschinen, Chemie und Überdüngung zerstört wird, werden auch diese Bakterien abgetötet, und so bekommen weder die Tiere noch die Menschen ausreichend Vitamin B12. Dies wird heute leider noch verstärkt, wenn das Gemüse chemisch «totgereinigt» wird, bevor es in die Supermärkte gelangt. Wenn wir unser Gemüse deshalb saisonal, lokal und via naturbelassenem Bio-Anbau kaufen, können wir problemlos die nötigen B12-Vitamine zu uns nehmen. […] Quelle: Buch «Vegetarisch leben» von Armin Risi und Ronald Zürrer

Ansonsten kann Vitamin B12 zusätzlich zum Beispiel via Zahnpasta (Sante, Dental Med Zahncreme Vitamin B12) oder angereicherten Lebensmitteln zu sich genommen werden.

Was ist der Untschied zwischen Vegetarier & Veganer?
Kurz gesagt: Vegetarier essen zum Teil Milchprodukte oder Eier, wohingegen Veganer auf alle Tierprodukte verzichten, also zum Beispiel auch auf Honig.

Isst du Fisch oder Geflügel/Poulet?
Vegis essen keine Tiere. Das heisst also auch kein Fisch, Geflügel, Meeresfrüchte etc.

Wieso isst du kein Fleisch?
Da gibt es keine generelle Antwort. Die Gründe sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst.
Hier werden aber kurz einzelne mögliche Beweggründe aufgelistet:

Geschmack
Weil der Fleischgeschmack nicht zusagt.

Umwelt/Welthunger/Ressourcen
Um die globale Tierfutternachfrage zu sättigen, wird seit der BSE-Krise anstatt Tiermehl, Sojaschrot als Futter verwendet. Dieses wird vor allem in riesigen Anbauflächen in Brasilien zu Lasten des Regenwaldes angebaut und abgeholzt. Dadurch wird unsere Erde so stark belastet, dass der Wasserhaushalt und das Klima nachhaltig und unwiderruflich verändert wird. Hinzu kommt, dass über 90% der Welt-Soja-Ernte nicht für die Menschen genutz wird, sondern für die Tierfutterproduktion zum Einsatz kommt. Es muss ein Vielfaches an Getreide an ein Rind verfüttert werden, um am Ende 1 kg Rindfleisch zu bekommen. Mit der Getreidemenge, mit der man einige Kühe ernährt, könnte man 10-fach so viele Menschen ernähren. Durch die erhöhte Fleischproduktion ist auch die globale Güllemenge und der Methanausstoss erheblich gestiegen, was eine negative Bodendiversität, Wasserqualität und einen drastischen Anstieg der Treibhausgase zur Folge hat.

Gesundheit/Leistungsfähigkeit
Viele Vegis berichten, dass sie sich – seit der Umstellung auf eine fleischlose Ernährung – viel fitter/leichter und leistungsfähiger fühlen. Wissenschaftliche Vegetarier-Studien zeigen, dass Vegetarier ein wesentlich niedrigeres Risiko haben, an Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Allergien, Diabetes etc. zu erkranken. Industriell produziertes Fleisch enthält außerdem oft gefährliche Rückstände an Hormonen und Antibiotika, was sich negativ auf das Immunsystem auswirkt.

Tiere
Um 5–10 Minuten Gaumengenuss zu erlangen, muss ein Tier umgebracht werden. In der Schweiz werden jährlich über 55 000 000 Tiere geschlachtet. Das sind wöchentlich über 1 000 000 Tiere (Fische und Krustentiere nicht mit eingerechnet). Diese Menge reicht nicht aus, um den Bedarf in der Schweiz zu decken, darum muss zusätzlich 1/4 vom Ausland importiert werden. Traurigerweise werden grosse Teile des Tierfleisches durch das Konsumentenverhalten als minderwertig eingestuft und entsprechend verschwenderisch entsorgt, weil man nur «das Beste» vom Tier essen will und nicht das Ganze verwertet.